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Wirtschaftsförderung – Tüit för Nüjjes #Wahlprogramm

Wirtschaftsförderung ist für jede Kommune ein grundlegendes Thema. Anscheinend bislang aber nicht für die Gemeinde Schlangen. Denn nach meinem Eindruck fand in den letzten Jahren keine Wirtschaftsförderung statt.

Spricht man mit ortsansässigen Unternehmen, so gab es in den Chefetagen selten bis nie Gespräche mit dem Bürgermeister. Dabei ist das Thema Wirtschaftsförderung doch eigentlich „Chefsache“. Auch die im Rat vertretenen Parteien haben sich in Sachen Wirtschaftsförderung nicht mit Ruhm bekleckert. Ansonsten hätten sie das Thema der mangelhaften Wirtschaftsförderung wiederholt auf die Agenda gesetzt. Über Jahre hört man lediglich Lippenbekenntnisse und Forderungen aus der Politik, dass wir mehr Gewerbeflächen in Schlangen brauchen. Innovative Ideen, angepasst an die örtlichen Verhältnisse, oder tatsächliche Wirtschaftsförderung, sucht man vergebens. Dazu passend führte der Link zur Wirtschaftsförderung auf der gemeindeeigenen Internetseite über Jahre ins Leere. Page not found – so geht bislang Wirtschaftsförderung in der Gemeinde Schlangen.

Was aber kann man tun, um den Standort Schlangen – auch im Wettbewerb mit den Nachbarkommunen (und nicht mit gemeinsamen Gewerbegebieten) – gut und nachhaltig aufzustellen? Sicher etwas, dass man nicht pauschal und in einem Beitrag umfänglich beantworten kann, aber…

Zunächst muss man dafür sorgen, dass die am Ort ansässigen Unternehmen gute Voraussetzungen vorfinden. Beispielsweise eine effiziente, moderne Verwaltung, die Hilfestellung bietet und keine Steine in den Weg legt. Die Förderprogramme bekannt macht und sich regelmäßig um ihre Unternehmen kümmert. Darüber hinaus ist es nötig, dass man sich regelmäßig austauscht, um aus erster Hand zu erfahren, wo bei den Unternehmen der Schuh drückt, wo Gewerbe Verbesserungspotential sieht, etc.

Weshalb nicht mal einen regelmäßigen Wirtschaftsstammtisch mit einem modernen Anstrich verwaltungsseitig ins Leben rufen? Nicht mit Schlips und Krawatte, Trockenkuchen und Kaffee, sondern mit DJ und regionalem Gin. Dazu spannende Impulsvorträge von kreativen Köpfen. Wir haben in Schlangen gewiss viele zukunftsweisende Unternehmen und kluge Köpfe. Einfach mal den Dorfstaub abschütteln und den bestehenden Unternehmen das Gefühl geben, dass sie sich an einem modernen sowie innovativen Standort befinden, der zugleich auch noch familienfreundlich ist.

Gleiches gilt natürlich auch für die Ansiedlung neuer Unternehmen. Man muss sich als Kommune selbst vermarkten und anbieten. Ein buntes Storytelling über den Standort Schlangen liefern. Unternehmen, die einen Standort suchen, muss man locken, ködern – ja sie müssen von selbst unbedingt nach Schlangen wollen, weil es hier so toll ist. Und ich finde, es ist hier tatsächlich so toll. Es gibt zahlreiche Standortvorteile. Verkehrsanbindung, nähe zu Universitäten und Fachhochschulen, funktionaler Einzelhandel, ein guter Wohnort für Fach- und Führungskräfte, kurze Wege, eine Großstadt vor der Tür, frische Luft und Kühe und insbesondere all die guten Eigenschaften, die Schlängerinnen und Schlänger ohnehin auszeichnen.

Und noch bevor man zu Ende geschwärmt hat kommen wieder die Pessimisten in ihren steifen Anzügen um die Ecke und wollen einem erzählen, dass wir aber keine Gewerbeflächen mehr haben… bla, bla, bla. Natürlich ist die Fläche in der Gemeinde Schlangen durch die naturräumlichen Gegebenheiten begrenzt. Das ist aber kein Grund, den Kopf in den Sennesand zu stecken. Dann muss man eben Ideen entwickeln, wie man mit der zur Verfügung stehenden Fläche das Beste daraus macht. Der ein oder andere hat vielleicht mal von einem kalifornischen Unternehmen gehört, dass in einer Garage gegründet wurde und mittlerweile recht gut am Weltmarkt etabliert ist. Irgendwas mit Äpfeln… Warum ich das erwähne? Weil es heutzutage zahlreiche Unternehmen gibt, deren Flächenbedarf kaum größer als eine Garage ist. Ein kleines Büro, sagen wir mal 8×3 Meter. Zwei, drei Arbeitsplätze, ein WC und eine kleine Küche und schon ist ein potentiell kräftiger Gewerbesteuerzahler versorgt. Jetzt denken wir mal dreigeschossig und überlegen, wie viele Unternehmen auf der Fläche vom Gasthof Koch angesiedelt werden könnten. In einem modernen Gebäude, nach neuestem Stand der Technik, nachhaltig, mit gemeinsam nutzbarer Infrastruktur und einem verrückten Coworking Space (schönen Gruß an die Volksbank Schlangen).

Der ein oder andere bodenständige Lipper runzelt bei sowas vielleicht zunächst die Stirn, aber spätestens nach dem ersten Wacholder nickt er anerkennend und denkt „Jo, tüit för Nüjjes“. Zeit für Neues! Da geht was.

Über die Potentiale für wirtschaftliche Entwicklung im Bereich Tourismus werde ich mich noch einmal gesondert auslassen. Aber auch da geht bestimmt einiges.

Man kann viele Beispiele finden und Ideen entwickeln, für das, was in Schlangen alles möglich ist. Man muss es nur wollen und mit Mut und Enthusiasmus voran treiben. Egal wer das Rennen um den Chefsessel im Rathaus macht – die Wirtschaftsförderung muss endlich Chefsache sein, stattfinden und eine kreative Weiterentwicklung und Vermarktung des Wirtschaftsstandorts Schlangen auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Und die Politik muss es einfordern. Daran beteilige ich mich gerne.

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