Meinungsfreiheit

Abzug der Briten wird für Politiker zum Sündenbock der eigenen Inkompetenz – Flucht in die Arme von Onkel Sam

Schon vor den Wahlen in Großbritannien machte das Gerücht um einen Abzug der Briten aus Deutschland die Runde und mit dem Stabswechsel in London konnte man dies auch erwarten. Umso überraschender ist es, dass sich viele der heimischen Politgrößen nun völlig überrascht zeigen. Wenig überraschend sind allerdings die Reaktionen auf den Abzug der Truppen. Von Katastrophen, Geisterstädten und einem ungeahnten Kaufkraftverlust sprechen viele der Volksvertreter. Aus der Luft gegriffene, kaum zu belegende Verlustzahlen werden von Politikern der Öffentlichkeit zugetragen und „betroffene“ Bürgermeister üben sich im Katzenjammer und bieten dabei einen ebenso jämmerlichen Anblick. Wenn hier von OWL-Städten das Bild eines sinkenden Schiffs heraufbeschworen wird, dann sind es die Kapitäne, die als Erste das sinkende Schiff verlassen.

Das sich unsere Welt, die Lebensumstände und Strukturen verändern hat es schon immer gegeben und das ist auch gut so. Und im Besonderen die Spezies Mensch hat lange Zeit gut verstanden auf Veränderungen zu reagieren und sich weiter zu entwickeln. Ärmel hochkrempeln, Ideen entwickeln und OWL noch lebenswerter machen – das wäre eine natürliche Reaktion auf die Entscheidung aus London gewesen. Aber offensichtlich fehlt es in den Rathäusern an Visionären und am Mut zu Innovation. Stattdessen wird gejammert.

Ihre Spitzfindigkeit werden die Politiker aber spätestens dann unter Beweis stellen, wenn sie in den nächsten Jahren immer wieder den Abzug der Truppen als Rechtfertigung für hausgemachte Probleme ins Feld schicken. Dann sind die viel gelobten lieben Gäste auf einmal die Wurzel allen Übels. Sind sie doch einfach gegangen und haben uns das Denken überlassen.

Wer es nicht versteht große Chancen zu nutzen und seine Besatzung zu motivieren ist der falsche Kapitän. Die „große Herausforderung“ für OWL ist eine einmalige Chance.

Wünschen wir unseren Gästen eine gute Heimreise und laden wir sie ein uns mal wieder zu besuchen – dann in einem besseren, lebenswerteren OWL.

Aber ein Hoffnungsschimmer bleibt den mutlosen unter den Kapitänen. Wenn man dem Kommentar einer großen regionalen Zeitung Glauben schenken darf, dann hat bereits Onkel Sam mit seiner großen Kriegsmaschinerie Interesse am Standort OWL angemeldet. Und dann kann es ja nur besser werden, ganz bestimmt.

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