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Tiny-House-Siedlung als Alternative für Wohnquartiere in Schlangen [Update]

Die Ausweisung von Grundstücken für Kleinsthäuser oder Flächen für eine Tiny-House-Siedlung könnten in der Gemeinde Schlangen trotz begrenzter Flächen für die Wohnbebauung einen Beitrag zur Realisierung benötigter (attraktiver) Wohnquartiere schaffen.

Entgegen dem demographischen Wandel, der auch in der Region zur Schwächung des ländlichen Raums beiträgt, kann die Gemeinde Schlangen im „Speckgürtel“ von Paderborn, Bielefeld und Detmold bislang mit Wachstum aufwarten. Es ist für Schlangen sogar prognostiziert, dass die Bevölkerung bis 2040 auf fast 10.000 Einwohner anwächst (Quelle: Modellrechnung zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens 2018 bis 2040). 

Aufgrund geographischer und naturräumlicher Beschränkungen (Truppenübungsplatz Senne im Westen, Teutoburger Wald und Eggegebirge im Norden und Osten) ist die weitere Ausweisung von geeigneten Flächen für die Wohnbebauung limitiert und schwierig. Dennoch ist es für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde entscheidend, entsprechende Flächen und Angebote für den Wohnungsmarkt vorzuhalten und spezielle Lösungen entsprechend der räumlichen Gegebenheiten zu entwickeln. 

Im „Regionalen Handlungskonzept Wohnen„, dass in der 27. Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt am 03.09.2019 vorgestellt wurde, heisst es treffend: „Ein attraktives Wohnungsangebot ist ein wichtiger Standortfaktor für jede Gemeinde. Neue Bedarfe und Wohnwünsche müssen am Markt aufgenommen werden. Die Kommune ist hier ein wichtiger lenkender Akteur“. Weiter heisst es: „Es gibt Herausforderungen am Wohnungsmarkt für jede Gemeinde, der sie sich stellen muss, um mit den vorhandenen Ressourcen klug zu wirtschaften und zu lenken“.

Um die positive Entwicklung der Gemeinde Schlangen weiter zu fördern und insbesondere um den örtlichen Einzelhandel und die Wirtschaft zu stärken, sind die Einrichtung zeitgemäßer, attraktiver Wohnquartiere von elementarer Bedeutung. Insbesondere der Bedarf an barrierefreien, altengerechten und Singlewohnungen sowie an Quartieren für junge urbane Arbeitnehmer ist groß.

Angesichts steigender Mieten, Wohnungsnot und einem wachsenden Wunsch nach umwelt- und ressourcenschonender Bauweise ist in den letzten Jahren generationsübergreifend der Trend zur Nutzung sogenannter „Tiny Houses“ zu beobachten. Bei Tiny Houses – oder auch Kleinsthäusern – handelt es sich um stationäre oder mobile Wohngebäude, die eine Wohnfläche zwischen 20 und 50 Quadratmetern aufweisen. Mit Hilfe von Tiny-House-Siedlungen lassen sich auf kleinen Flächen attraktive sowie nachhaltige Quartiere für jung und alt erschliessen. Aufgrund der bundesweit großen Nachfrage nach geeigneten Flächen für Tiny Houses entwicklen zurzeit zahlreiche Kommunen Konzepte und realisieren geeignete Grundstücke für Tiny-House-Siedlungen. 

Für die Gemeinde Schlangen kann eine Tiny-House-Siedlung eine zukunftsfähige Lösung zur Schaffung von Wohnquartieren darstellen und positive Impulse im Rahmen der Dorfentwicklung generieren und zur Sicherung des Standorts Schlangen beitragen.

Update vom 6. Dezember 2019:
Die Anregung für Tiny-Houses Grundstücke soll im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt weiterverfolgt und im Detail erörtert werden. So das Ergebnis aus der gestrigen HuF Sitzung. Insbesondere Marcus Foerster, von der Fraktionen der Grünen sowie die fraktionslose Rastfrau Barbara Bruns konnten der Anregung sehr viel Positives abgewinnen. So wurde angemerkt, dass die Gemeinde Schlangen mit einer potentiellen Tiny-House Siedlung zum einen eine Vorreiterrolle im Speckgürtel von Paderborn einnehmen könnte und zum anderen bediene diese moderne Wohnform insbesondere junge Menschen. Man müsse sich gegenüber den Anforderungen jüngerer Generationen offen zeigen. Bodo Kibgies ergänzte für die CDU Schlangen, dass Kleinsthäuser auch bei älteren Mitbürgern immer mehr im Interesse liegen, denn weniger Fläche bedeute auch weniger Pflege- und Energiebedarf. Nicht zuletzt kann man auf weniger Grundstücksfläche mehr Menschen ansiedeln. Für Schlangen ein ganz wichtiger Aspekt. Es freut mich sehr, dass die Grünen und Barbara Bruns, aber auch die CDU, der Idee offen und konstruktiv gegenüberstehen und die Sache weiter verfolgen.

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