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Zege Waldkaffee hat sich etabliert

Auch mehr als 10 Jahre nach seiner „Entdeckung“ ist der Waldkaffee vom äthiopischen Tanasee, genauer von der Zege Halbinsel, weiterhin im wahrsten Sinne in aller Munde. Das von INTEWO und der Kaffeerösterei Da Capo, Lemgo, initiierte Kaffeeprojekt am Tanasee hat sich nachhaltig weiterentwickelt. Und so kommen auch in 2019 Kaffeeliebhaber weltweit wieder in den Genuss dieses sehr hochwertigen und einmaligen Waldkaffees.

Bereits 2007 wurde der Zege Kaffee als spezielle Rohkaffeeanfertigung für Da Capo im Rahmen einer äthiopischen Kaffeezeremonie vorgestellt. Bis dato war der Kaffee lediglich ein Produkt für den lokalen Markt rund um die Stadt Bahir Dar, ohne, dass man sich dabei der außerordentlichen Qualität der Bohnen bewusst war. Bis Henning Schwarze von einer seiner Reisen an den Tanasee dem Kaffeeexperten Stefan Bös die Bohnen präsentierte. Stefan war vom ersten Schluck an begeistert vom Aroma, von der Qualität, und so fingen die beiden an, aus einer Tüte Kaffeebohnen ein Entwicklungsprojekt zu starten. Es dauerte nicht lange, bis der Kaffe mit Hilfe des Da Capo Netzwerks auch in der Kaffee-Metropole Hamburg Interesse weckte und mit InterAmerican Coffee (IAC) ein weiterer Partner gewonnen werden konnte.

Rund um den Tanasee, Äthiopiens größten See und zugleich die Quelle des Blauen Nil, wächst seit Urzeiten Kaffee. Dennoch gehört diese Region nicht zu den klassischen Kaffee-Anbaugebieten Äthiopiens. Ursprünglich gab es in dieser Region großflächig Waldkaffees, aber der Holzeinschlag der letzten Jahrzehnte hat dafür gesorgt, dass der historische Waldkaffee rund um den Tana See so nicht mehr produziert werden konnte. Außer auf der kleinen Halbinsel Zege, am Südostufer des Sees. Denn dies ist der einzige Ort, wo der traditionelle Kaffee noch im Schutz des Waldes gedeihen kann, im Schutz eines der letzten zusammenhängenden Waldgebiete dieser Größe rund um den Tana See. Traditionell beschäftigen sich hier die Einheimischen und die historischen Klöster mit dem Kaffeeanbau für den Eigenbedarf bzw. für den lokalen Markt. Exporte fanden, wenn überhaupt, nur sporadisch statt.

Überzeugt von der Qualität des Kaffees und angetrieben Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in der Region zu fördern, haben Stefan und Henning, übrigens beides Lipper, mehr als vier Jahre lang die Ernte und Aufbereitung des Kaffees, in Zusammenarbeit mit IAC und Kaffeebauern vor Ort, optimiert. Das Ergebnis ist der traumhafte Zege Waldkaffee, der durch dieses Projekt weiter erhalten wird.

Mittlerweile sind mehr als 10 Jahre vergangen und der Tanasee ist von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Die Waldkaffeeproduktion auf Zege wurde von der lokalen Bevölkerung in dieser Zeit eigenverantwortlich weiterentwickelt, organisiert und optimiert. Inzwischen läuft die Ernte 2019, so dass auch in diesem Jahr dieser ganz spezielle Kaffee wieder in den Röstereien auf der ganzen Welt verköstigt bzw. verkauft werden kann.

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