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Was ist der wahre Grund für die Zäune um Stapel und Senne?

Welche Rolle spielt die Afrikanische Schweinepest in der Diskussion um Einzäunungen militärischer Übungsplätze im Stationierungsraum Paderborn / Augustdorf? Wahrscheinlich eine erhebliche. Denn sollte die Tierseuche auf einem der Übungsplätze auftreten, droht ein mehrmonatiges Übungsverbot. Das wäre nicht nur schlecht für die militärische Ausbildung, sondern auch katastrophal für das Geschäftsmodell der Briten. Daher liegt die Vermutung nahe, dass der Zaun als Schutz- bzw. Abschottungsmaßnahme errichtet wird, so wie es die Bundeswehr bereits auf anderen Übungsplätzen praktiziert.

In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung sprechen Bundeswehr und britisches Militär bislang von Vandalismus, Diebstählen und illegaler Müllablagerung als Rechtfertigung für kilometerlange Zaunlagen rund um den Flugplatz in Bad Lippspringe, den Panzerübungsplatz Stapel und den Übungsplatz Schapeler Hof. In der aktuellen Berichterstattung spielt das Thema Schweinepest bislang keine Rolle. Doch zumindest heisst es in der Pressemitteilung der Militärs, dass Bundeswehr-Oberst Jörg Wiederhold, Kommandeur der TÜP-Kommandantur Nord, im Rahmen des Stakeholder-Treffens über die möglichen Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf den Schieß-und Übungsbetrieb gesprochen hat.

Was die Schweinepest mit der Bundeswehr und Truppenübungsplätzen zu tun hat zeigt sich schnell bei einer Google Suche mit eben diesen Stichworten. Es ist so, dass ein potentieller Seuchenausbruch massive Konsequenzen auf den Übungsbetrieb hat und die militärische Nutzung für Monate zum erliegen käme. Google liefert verschiedene Beispiele für Zaunprojekte, wie z.B. rund um das Gelände des Truppenübungsplatzes Jägerbrück bei Torgelow. Dort wird der Zaun 45 Kilometer lang. Ungefähr genau die Länge, die man auch für den Truppenübungsplatz Senne benötigen würde. Das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr hat eigens ein Merkblatt zum Thema Afrikanische Schweinepest für die Truppe entwickelt. Die dort skizzierten Gefährdungspotentiale treffen auch insbesondere für die NATO Forward Holding Base Sennelager zu und sind durch übende Truppen aus verschiedenen Ländern ungleich höher. Daher muss man erwarten, dass neben dem Flughafen und Stapel auch die gesamte Senne eingezäunt wird, mit allen zu erwartenden negativen Konsequenzen, z.B. für den Wildwechsel. Proteste und mögliche Klagen von Naturschützern sind vorprogrammiert.

Die Aussagen von Bundeswehrsprecher Waltemathe in der Lippischen Landeszeitung (LZ+ Artikel), dass bei der Zaunanlage am Stapel ein Wildwechsel möglich bleiben soll, muss man angesichts der „Bedrohungslage Schweinepest“ doch sehr stark anzweifeln.

Währenddessen schreiten die Baumaßnahmen am Flughafen in Bad Lippspringe schnell voran (siehe Fotos). Die Behörden und Militärs schaffen Fakten, bevor sich Widerstand regen kann. So braucht man sich nicht wundern, wenn in naher Zukunft einer der wertvollsten Naturräume Europas, die Senne, ebenfalls eingezäunt ist und wichtige Wildtierkorridore jäh zerschnitten werden.

Gegen einen massiven (Wildschutz-)Zaun um die Senne in Verbindung mit der drastischen Intensivierung des Übungsbetriebs wären die Windkraftanlagen auf der Gauseköte ein nahezu bedeutungsloser Eingriff in den Naturhaushalt.

2 Kommentare Neuen Kommentar hinzufügen

  1. Franky sagt:

    Nach dem Besatzerstatus errichten die Briten diesen Zaun .Da hilft der stärkste Widerstand nichts.
    Wildwechsel wird es nicht mehr geben . Was innen ist wird innen bleiben und was draußen ist bleibt auch da.
    Vollkommen hirnlos .Wenn in der Woche Panzer üben ,dann können am Wochenende auch Wanderer und
    Moto-Crossfahrer den Platz nutzen .
    Also wird in Zukunft mit ganz anderer Munition geübt . Die Kriegstreiberei wird weiter forciert.
    Der Zaun wird von den Briten vorfinanziert ,am Ende zählt der deutsche Steuerzahler.

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